Die Türkei, ein Land voller historischer Schätze, traumhafte Strände, grossartiger Städte, einer einzigartigen Kultur und eine der besten Küchen der Welt!

Wer die Türkei besucht, der tritt in die Fussspuren einiger grosser historischen Figuren: Julius Caesar beispielsweise, der bei Amasya in einem Brief an seinen Freund Matius die berühmten Worte „veni, vidi, vici“ (ich kam, sah, siegte) verfasste. Oder Saul von Tarsus, besser bekannt als Apostel Paulus, der zusammen mit Barnabas eine Missionsreise durch die Türkei unternahm und mithin den Grundstock für die spätere Entstehung des Byzantinischen Reiches durch die Christianisierung legte. Und natürlich nicht zuletzt die ottomanischen Sultane, die die Türkei in ihr Reich eingliederten, welches von Budapest bis Bagdad reichte. Natürlich gibt es viele Dinge, die man in der Türkei nicht verpassen sollte. Zum Beispiel die berühmte Hagia Sophia sowie der Topkapi Palast in Istanbul, die römische Stadt Ephesus, Kappadokien, die Kalksteinterrassen in Pamukkale, das Sumela-Kloster oder den Berg Nemrut.

Doch wenige Dinge erzählen mehr über die bewegte sowie kulturell vielfältige Geschichte des Landes zwischen Orient und Okzident als heisser, gesüsster Tee in kleinen Gläsern und das Hammām, das traditionelle türkische Badehaus.

Tee mit Zucker Türkei

Das Hammām: ein uralter Ritus

Auch wenn viele Hotels und Resorts ihr eigenes Hammām anbieten, so geht doch nichts über ein Besuch in einem alten, klassischen Dampfbad, wie es sie überall im Lande gibt. Als Tourist muss man hierbei keine Scheu haben; der Tellak – eine Mischung aus persönlichem Bademeister und Masseur – führt den Neuling sicher durch die festen Wasch-, Massage- und Schwitzzeremonien. Ursprünglich gehen die Hammāms auf die griechisch-römischen Bäder zurück, die die Byzantiner in der Türkei populär gemacht haben. Die Araber haben die antike Badekultur dann weiterentwickelt, und so dient der Besuch des Badehauses nicht alleine nur der Reinigung des Körpers und der Entspannung, es ist gelebte Geschichte und Kultur der Türken; ein Wellnessprogramm, das Körper und Geist miteinander in Einklang bringt.

Ein Hammām ist strikt nach den Geschlechtern getrennt. Meist bestehen sie aus drei aneinandergrenzenden Kuppelbauten, ausgekleidet mit feinem Marmor. Geruch spielt im Hammām übrigens eine wichtige Rolle: Den Bademeistern ist es daher sogar verboten, Knoblauch zu essen und traditionell mussten sie sich vor jeder Behandlung eines Gastes die Hände mit den wohlriechenden Schalen eines Granatapfels einreiben. Das Hammām selbst ist meist nur spärlich beleuchtet. Nach dem Entkleiden wird ein Leinen- oder Seidentuch gereicht, dass man sich locker um die Hüfte legt. Im warmen Dampf und mit viel Seife wird der Bademeister dann beginnen, seinen Gast ausgiebig zu waschen, eine überaus entspannende Behandlung! Danach legt man sich auf eine erwärmte Steinplatte – dem gobek tasi. Sie hat den Zweck, die Körpertemperatur allmählich zu erhöhen und die Durchblutung zu fördern. Danach beginnt die eigentliche Hammām-Massage mit einer Art Peeling mit einem Luffa-Schwamm. Danach ist die Seifenmassage an der Reihe, bei der traditionell Olivenölseife verwendet wird, die besonders mild und sanft zur Haut ist. Selbst mit empfindlicher Haut muss man hier also nichts befürchten. Nach der Massage wird dann die Seife abgespült und die Haut mit feinen Ölen eingerieben.

Hammam Türkei

Türkischen Tee korrekt zubereiten und geniessen

Nach dem Hammām geniesst man zum Ausklang und Abkühlen noch stets eine Tasse heissen Tee und etwas türkisches Gebäck oder selbstgemachte Pralinés. Überhaupt wird Tee immer und ständig getrunken. Auch diese Tradition geht auf tiefe Wurzeln der Geschichte des Volkes zurück. Ursprünglich erreichte Tee die Händler in der Türkei über die Seidenstrasse. Noch heute wird Tee auf türkisch Çay (gesprochen „Tschai“) gennant, was dem chinesischen Wort „Cha“ sehr ähnelt. Im Osmanischen Reich versuchte man um 1888 schliesslich, Tee selbst in der damaligen Hauptstadt Bursa anzubauen. Die Versuche misslangen jedoch, vor allem, weil der Tee keine Früchte trägt. Auch ein weiterer Versuch blieb erfolglos, bis man nach einer Expedition 1917 in das benachbarte Georgien feststellte, dass das geeignetste Klima für den Teeanbau an der türkischen Schwarzmeerküste zu finden sei.

Noch heute wird in Rize daher traditionell Tee angebaut. Wer in der Türkei eine Familie zuhause oder ein Teehaus besucht, dem wird vor, während oder nach dem Essen stets ein Tee angeboten, der aus kleinen Teegläsern mit nach aussen gewölbten Rand getrunken wird. Das Glas fasst man grundsätzlich oben am Rand an, da sich das Glas durch den heissen Tee schnell erhitzt. Üblicherweise ist türkischer Çay mahagonibraun oder auch rot in Farbe, dazu gibt man in die kleinen Teegläser zwei Stück Zucker. Milch im Tee ist in der Türkei unüblich, da es den Geschmack des Getränks verfälscht. Nach Milch daher zu fragen käme fast einer Beleidigung gleich.

Tee Türkei

Die Zubereitung findet im Samowar, auf türkisch „Semaver“ oder „Çaydanlik“ statt: Pro Glas gibt man einen Teelöffel Tee in die obere Kanne des Semaver, plus einen Extralöffel „für die Kanne“. Der Tee wird dann mit heissem Wasser aufgebrüht, so dass ein sehr starker, schwarzer Tee entsteht, welcher dann mit heissem Wasser aus der unteren Kanne aufgegossen wird. In Restaurants, Teegärten und Cafés ist es üblich, sich Tee nachschenken zu lassen. Dazu muss nur dem Teekellner zugewunken werden, der daraufhin sofort mit seinen grossen Kannen das Teeglas wieder auffüllt. Den Zucker rührt man übrigens nicht um sondern lässt ihn einfach als Bodensatz im Glas. Auf diese Weise kann ohne Nachsüssen bis zu fünf Mal nachgeschenkt werden.